Gemeinsam sind Sie unschlagbar!

In gemischten Teams machte jede Hilfsorganisation dass, was sie am besten kann!

 

04.08.18 Fulda – Mitte BAB A 7 Rastplatz Pilgerzell um 11:00 Uhr startete die diesjährige gemeinsame Großübung der drei Jugendgruppen von Feuerwehr, THW und DRK.

Nachdem alle Kräfte eingetroffen waren, wurde im Verband mit ca. 20 Einsatzfahrzeugen zum Bereitstellungsplatz „ Holzlagerplatz des Forstamt Schlüchtern am MKK Stausee“ aufgebrochen. Zuvor tauschten einige Jugendfeuerwehrmitglieder mit Jugendgruppenmitgliedern des THW ihre Plätze, um so praktische Einblicke in die Tätigkeiten der jeweils anderen Hilfsorganisationen zu erhalten.

Die Ausarbeitung / Organisation der Großübung erfolgte von drei befreundeten Jugendgruppenleitern: Jugendfeuerwehr Müs – Marcel Döring; THW Ortsverband Neuhof Timo Stöpler; Jugendfeuerwehr Großenlüder – Simon Dimmerling zusammen mit der Kreisleiterin des Jugend DRK Kreisverband Fulda Evelyn Ebert und Bereitschaftsleiter des DRK Ortsverein Eichenzell Jonas Hahner

Für diese außergewöhnliche und zukunftsweisende Übungskonstellation fanden die Jugendgruppenleiter in ihren jeweiligen Hilfsorganisationen breite Unterstützung. Als Übungs-beobachter fungierten die Großenlüderer Gemeindebrandinspektoren Jürgen Reinhardt und Christian Bosold, Kat-S Zugführer Michael Döll sowie vom DRK Fulda Kreisbereichsleiter Christian Erwin und Frau Monika Gonzales-Dehnhardt vom MHD-Fulda.

 

  Am MKK Stausee eingetroffen wurden die jungen Helfer mit folgender Lage

  konfrontiert:

Aufgrund eines aufziehenden Unwetters über Schlüchtern wurde sich zuerst beraten, ob eine

Übungsdurchführung überhaupt möglich sei! Mit Verzögerung und kurzfristiger Umorganisation

konnte die Übung zum Glück doch noch starten.

Bei Wartungsarbeiten war im Generatorhaus des Stausees ein Feuer ausgebrochen, das

sich weiter ausbreitete.

Nach Angabe eines Mitarbeiters wurden mind. 5 Personen vom Wartungs- und Betriebspersonal vermisst.

Durch die starke Rauchentwicklung zog es viele Schaulustige mit Fahrrädern an den Damm sowie mit Booten an die Staumauer.

Bei der Ankunft der Feuerwehr am Schadensort und der ersten Lagemeldung auf Sicht, wurde das Alarmierungsstichwort erhöht und sofort weitere Kräfte zur Einsatzstelle nachalarmiert.

Bedingt durch die beengten Verhältnisse an der Sperrmauer, war ein direkter Abtransport der verletzten Personen nicht möglich!

Im weiteren Einsatzverlauf wurde bei der Lageerkundung ein Ölfilm auf der Wasseroberfläche entdeckt. Den verfügbaren Kräften von Feuerwehr und THW gelang es, die Lage mittels einer Ölsperre soweit zu stabilisieren, dass ein abpumpen von einer Fachfirma durchgeführt werden konnte.

 

Die angenommene Lage wurde in den nächsten vier Stunden wie folgt abgearbeitet:

Als Übungsleiter übernahm Timo Stöppler vom THW die Verantwortung. Unterstützt wurde er

vom gemeinsam gebildeten Führungsteam bestehend aus Feuerwehr- THW – DRK. Die

Koordination der großen Jugendübung erfolgte mit dem ELW 2 des DRK – Fulda.

Den jugendlichen Gruppenführern in den einzelnen Übungsabschnitten war zur Unterstützung jeweils ein „Pate“ zur Seite gestellt. An den verschiedenen Örtlichkeiten rund um den ausgedehnten Stausee wurde den eintreffenden Jugendlichen der verschiedenen Hilfsorganisationen die angenommene Lage von den Übungsbeobachtern geschildert.

Sie wurden von ihnen in die jeweilige Lage eingewiesen die sie dann selbstständig abarbeiten mussten.

Wie bei einer solchen großen Übungslage üblich, muss eine anfängliche „Chaosphase“ überwunden werden. Die gemeinsame Übungsleitung sowie alle mitwirkenden Kräfte konnten die komplexe Lage durch ihre ruhig, konzentrierte und besonnene Arbeitsweise effektiv abarbeiten.

 

Die Jugendfeuerwehr Großenlüder übernahm den „Einsatzabschnitt Turbine“ zuerst mit der Menschenrettung und anschließend die Brandbekämpfung. Weiterhin halfen sie beim Aufbau der Wasserversorgung.

 

Die Jugendfeuerwehr Müs übernahm den „Einsatzabschnitt Stausee“ ( Wasserversorgung / Umwelt ). Die „Langewegestrecke Wasserversorgung“ wurde bis zur Turbine aufgebaut. Im Anschluss unterstützten die freien Kräfte die Brandbekämpfung am Turbinenhaus.

 

Die THW- Jugend Neuhof baute eine Seilbahn über die Wasserfläche des Stauseeablaufes hinter dem Damm und sorgte so für einen schonenden Patiententransport zur DRK-Jugend.                  Weiterhin wurde von der THW-Jugend gemeinsam mit den Jugendfeuerwehren der Umweltschaden durch den Ölfilm abgearbeitet. Im Anschluss an die Übung übernahmen sie auf dem Gelände des THW in Neuhof die Abschlussbesprechung mit einem Imbiss.

 

Das Jugend Rot Kreuz Kreisverband Fulda wurde damit beauftragt einen Behandlungsplatz für die verletzten Personen einzurichten. Eine weitere sehr wichtige Aufgabe war die Verpflegung der Einsatzkräfte bei den sehr hohen Temperaturen.

 

Die DLRG Neuhof wurde im gesamten Übungsverlauf damit beauftragt, die „Schaulustigen

mit Boten auf der Wasserfläche vor der Staumauer“ sowie die Einsatzkräfte gegen Wasser- und

Ertrinkungsunfälle auf und um den Stausee abzusichern.

 

Zum Abschluss konnten die Jugendlichen einen Blick ins innere der Staumauer mit der Technik werfen. Timo Stöppler bedankte sich bei den Mitarbeitern des Staudammes für ihre Unterstützung der Hilfsorganisationen. Unerwartete Schwierigkeiten, wie z.B. die Wetterkapriolen vom Unwetter bis zum Hitzestau, die weitläufige und komplexe Übungslage, die Kommunikation über Funk mit den verschiedenen Hilfsorganisationen, die lange Anfahrt im Marschverband auf der Autobahn mussten gemeistert werden. Es gab keine verletzten Übungsteilnehmer und keine Schäden. Alle beteiligten Hilfsorganisationen haben an diesem Tag viel dazugelernt, was für ihre weitere Entwicklung wichtig und wertvoll ist. Ein weiterer Dank ging an alle teilnehmenden Kräfte, die sich in großartiger Weise mit viel Einsatzfreude an der Übung beteiligt hatten.

 

Zur Historie:

Die Idee zu diesen gemeinsamen Großübungen mit den verschiedenen Hilfsorganisationen kam von drei befreundeten Jugendgruppenleitern: Jugendfeuerwehr Müs – Marcel Döring; THW Ortsgruppe Neuhof Timo Stöpler; Jugendfeuerwehr Großenlüder – Simon Dimmerling.

 

Die erste gemeinsame Großübung mit dieser außergewöhnlichen Konstellation wurde im Jahr 2016 bei einer Nachtübung im Gieseler Forst an einem alten NATO-Lager durchgeführt. Anschließend gab es die Übungsnachbesprechung beim THW- Neuhof.

 

Die zweite Großübung erfolgte im Jahr 2017. Als Übungsort diente der Steinbruch des ZKW – Otterbein inMüs. Im Anschluss gab es die Übungsnachbesprechung im Feuerwehrhaus Müs.

 

Als Übungstag wurde jeweils der letzte Samstag der Sommerferien gewählt. Besonders ist die Vermischung der Hilfsorganisationen, so können z.B. interessierte Jugendliche des THW in einem Feuerwehrfahrzeug mitfahren und an der Übung teilnehmen oder ein Jugendfeuerwehrmitglied in einem THW Fahrzeug mitfahren. Der Blick über den Tellerrand macht es für alle Beteiligten vom Jugendlichen über die Jugendbetreuer bis zu den Führungskräften gleichermaßen spannend. Darüber hinaus fördert es die spätere Zusammenarbeit bei größeren Einsatzlagen.                   Hilfeleistung kennt bei uns keine Grenzen!